curated by Francesca Gavin & Adam Nankervis

„Matelot” ist ein Lied von Noël Coward, veröffentlicht zehn Tage nach Kriegsende 1945. Es ist eine bittersüße Ode an einen Matrosen: Der Sänger betrauert dessen Abreise und ruft ihn übers Meer zurück. Aus heutiger Sicht ist die queere Sehnsucht in Zeilen wie „die weite Welt bereist / Lippen, die er küsste, konnten nicht widerstehen / diesem liebenden, umherziehenden Wanderer” kaum zu überhören. David Medalla wurde drei Jahre vor Veröffentlichung des Liedes auf den Philippinen geboren. Als Wunderkind gefeiert, hielt er bereits mit zwölf Jahren Vorlesungen an der Universität. Als Teenager experimentierte er mit Multimedia-Malerei und partizipativer Land Art. Tief beeinflusst hat ihn der offen schwule Arthur Rimbaud – Medalla bemerkte später: „Wir alle sind seine Kinder. Sein Leben wurde zu einer Allegorie der Freiheit.” 1954 wurde Medalla zu einem Sommercamp für begabte Jugendliche im Norden des Bundesstaats New York eingeladen. Er floh jedoch ins Greenwich Village in Manhattan, wo er die dortige Szene kennenlernte – von James Dean bis Jackson Pollock. Hier entwickelte sich die malerische Praxis, die sein späteres Werk prägte. In den folgenden Jahrzehnten zog er durch Europa und etablierte sich als Künstler, der sich der Beschränkung auf ein einzelnes Medium widersetzte: Er arbeitete mit Malerei, Collage, Aktion, Skulptur, Text, Publikationen und Textilien. Medalla setzte sich intensiv mit den konzeptuellen und materiellen Möglichkeiten der Kunst auseinander. Bemerkenswert: Er war Teil zweier ikonischer Ausstellungen des Kurators Harald Szeemann – „When Attitudes Become Form” und documenta 5 –, die einen Großteil des Kanons der konzeptuellen Kunst des späten 20. Jahrhunderts begründeten. Bekannt wurde er vor allem für seine kinetischen Arbeiten, etwa die Schaummaschinen wie „Cloud Canyons”: Schaum wuchs in Säulen nach oben und quoll in Richtung der Betrachter über. Als Inspiration nannte der Künstler später den Reisnachtisch seiner Mutter aus seiner Kindheit auf den P

curated by Francesca Gavin & Adam Nankervis findet am 15. September 2026 bei Exile statt.

15. September 2026

Exile · Elisabethstraße 24, 1010 Wien

Dieses Event liegt im Grätzl Museumsviertel (1. Bezirk) – bekannt als kunstvoll, kulturell, klassisch.

Nächste Öffi-Haltestelle: Burgring (71, 1, 2, D u. a.), ~50 m.

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