curated by Jean-Rodolphe Petter, with Oriane Emery

Fugitive Love hat die unmittelbare Qualität eines Refrains: zwei vertraute, fast popkulturell anmutende Wörter, deren Verbindung dennoch das Versprechen, das sie zunächst zu geben scheinen, aus dem Gleichgewicht bringt. Liebe (Love) wird gemeinhin als etwas verstanden, an dem wir festhalten, das wir schützen, benennen oder dauerhaft machen wollen. Das Flüchtige (Fugitive) hingegen bezeichnet etwas, das nur für einen Augenblick bestehen bleibt, sich dem Zugriff entzieht, sich auf der Flucht befindet, aber auch etwas, das sich der bestehenden Ordnung nicht unterwerfen will. Die Verbindung dieser Worte beschreibt daher nicht einfach eine Liebe, die verschwunden ist. Vielmehr verweist sie auf eine Beziehung, die sich bisweilen bewegen, undurchsichtig werden oder ihre Form verändern muss, um bestehen zu können. Die Ausstellung nähert sich der Liebe über das romantische Paar hinaus und behält dabei ihre ganze Kraft von Begehren, Lust, Abhängigkeit, Verletzlichkeit, Trauer und Widerspruch bei. Über Körper, Bilder, Kleidung, Orte und Erzählungen hinweg bringt die Liebe jede Vorstellung davon, dass sie einen eindeutigen Ort hat, ins Wanken. Sie verbindet Partner*innen, geliebte Menschen, Fremde, temporäre Gemeinschaften und Abwesende. Was Liebe flüchtig macht, ist nicht unbedingt ihre Kürze, sondern ihre Weigerung, jene Formen anzunehmen, durch die eine Beziehung sichtbar, verständlich und legitim werden soll. Eine Beziehung sichtbar, benennbar und wiedererkennbar zu machen, bedeutet nicht zwangsläufig, sie zu emanzipieren, und nicht alles, was undurchsichtig bleibt, ist abwesend. Bestimmte Bindungen bestehen fort gerade, weil sie sich dem Besitz, der Klassifizierung, der Verwaltung oder ihrer unmittelbaren Überführung in konsumierbare Bilder entziehen. Wo ihnen Dauer und Anerkennung verwehrt werden, wird Flucht zu einer Methode: zu einer Möglichkeit, das zu bewahren, was nur weiterleben kann, indem es in Bewegung bleibt. Fugitive Love bringt historische, etablierte und jüng

curated by Jean-Rodolphe Petter, with Oriane Emery findet am 15. September 2026 bei Galerie Sophie Tappeiner statt.

15. September 2026

Galerie Sophie Tappeiner · An der Hülben 3, 1010 Wien

Dieses Event liegt im Grätzl Innere Stadt (Wien) (1. Bezirk) – bekannt als kaiserlich, prunkvoll, trubelig.

Nächste Öffi-Haltestelle: Riemergasse (3A), ~100 m.

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